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Hewingsen

Von Hivinchusen damals bis zum Hewingsen heute

In seinem Buch „Die Ortsnamen des Kreises Soest“ schreibt Prof. Holthausen, dass ihm die Herkunft der Ortsbezeichnung Hewingsen unklar geblieben ist. Im Dorfe selbst erhielt sich bis auf den heutigen Tag die Deutung aus dem Eigennamen Herwardt und der Endung „-hausen“. Die Schreibweise hat sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt: ursprünglich Hivinchusen und endlich Hewingsen.

Die Hewingser Flur ist altes Siedlungsgebiet. Auf dieser wasser- und waldreichen Haarhöhe haben schon vor unserer Zeitrechnung Menschen gewohnt, wie uns Bodenfunde beweisen. Zur Zeit des ersten römischen Vordringens in germanische Lande war dieses Gebiet vor den Sigambrern bewohnt. Nach der vernichtenden Niederlage der Römer in der Schlacht im Teutoburger Walde 9 n. Chr. Sind auch Brukterer in das Haar-Möhnegebiet gekommen. Eine neue Besiedlung erfolgte in der Zeit vom 6. bis 8. Jahrhundert n. Chr. Durch einen Stamm der Sachsen, die Angevaren oder Engern. In dieser Zeit entstanden die Ortschaften mit der Namensendung „-ingsen“, „-hausen“, zu denen damit auch Hewingsen gehört.

Namensgeber und Gründungsjahr verlieren sich im Dunkel der Geschichte. Erste – noch nachweisliche – Erwähnung des Ortes Hewingsen finden wir in der Stiftungsurkunde des Klosters Grafschaft, die Erzbischof Anno der Heilige im Jahre 1072 ausfertigte.

Mit dem Beginn des 13. Jahrhunderts werden die nachgewiesenen Urkunden über Hewingsen reichhaltiger.

Im 13. Jahrhundert finden wir die Familie „von Hevinchusen“ zum ersten mal in Dokumenten erwähnt. Diese Familie muss aus zwei Zweigen bestanden haben: einem in Hewingsen auf dem Osthof und einem in Bilme auf dem Westhof. In späteren Jahrhunderten erlischt der Name des Rittergeschlechtes und leider lässt sich im Volksmund oder in Flurnamen kein Hinweis finden, wo die beiden Burgen der Familien gestanden haben.

Einige Urkunden belegen, dass im Mittelalter Adel, Klöster, Kirchen und gehobenes Bürgertum als Grundbesitzer in Hewingsen auftraten, dass die Höfe aber selbst meist verpachtet waren und von lehnsrührigen Bauern bewirtschaftet wurden und dafür dem Lehnsherren regelmäßig ihren Lehnszins zu leisten hatten. Wegen der zahlreichen Auflösungen und Zusammenlegungen ist die Geschichte der Hewingser Höfe nur sehr schwer zusammenzustellen, zumal sich die Hofesnamen auch immer wieder änderten.

Bis 1807 wurde Hewingsen von Drüggelte verwaltet, Sitz des damaligen Amtes Körbecke. Einen eigenen Bürgermeister oder Ortsvorsteher gab es bis dahin noch nicht. Dieses änderte sich zur Zeit Kaiser Napoleons. Unter französischer Herrschaft wurden nach der „Bergischen Verwaltungsordnung von 1808“ im Amte Körbecke „Schultheiße“ ernannt. Deren „Regierungszeit“ dauerte nicht einmal 10 Jahre.

Mit dem Wiener Kongress 1815 kam das Herzogtum Westfalen und damit das Amt Körbecke entgültig an Preußen. Per Verwaltungsanordnung wurden nun die „Schultheiße“ und deren „Schultheißenbezirke“ aufgehoben und neue „Verwaltungsbezirke“ gebildet. Diese Verwaltungsbezirke wurden zu einer „Bürgermeisterei“, dem späteren „Amte“ zusammengezogen.

Die Interessen und Belange der einzelnen Ortschaften wurden nun von einem in geheimer Wahl gewählten, ehrenamtlichen Ortsvorsteher wahrgenommen. 1918 wurden sie „Gemeindebürgermeister“, 1945 „Bürgermeister“ und im Jahre 1969 wieder Ortsvorsteher.